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Abfall hat Zukunft
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Haben Sie schon mal eine gesehen? Zweifellos. Ich musste mit dem Auto von Barendrecht nach Groningen fahren. Unterwegs habe ich dann entwas gesehen, aber ich wusste nicht genau, es war. Glücklicherweise gibt einem eine solche Reise nach Groningen genügend Möglichkeiten, es herauszufinden. In all der Zeit, in der ich im Besitz eines Führerscheins bin, musste ich sie nie benutzen, also habe ich kaum darauf geachtet. Und doch hatte ich die Gelegenheit, eine  von ihnen genauer zu betrachten, denn ich bin einmal gegen eine gegen gefahren.

Wussten Sie, dass es auf der Strecke zwischen Barendrecht und Groningen etwa 50 davon gibt? Also wirklich genug, um all die Auffälligekeiten zu bemerken. Sie haben wahrscheinlich längst herausgefunden, dass ich über die Notrufsäulen rede. Ja, nicht nur die Notrufsäulen selbst, sondern vor allem die Abdeckung, die um den Höhrer des Notruftelefons angebracht wurde.

Ein Notruftelefon ist eine Vorrichtung an einer Autobahn oder einer anderen Hauptstraße, mit der Sie im Falle einer Autopanne oder einer Notsituation den Rettungsdienst rufen können.

Nach 57 Jahren treuem Dienst ist es an der Zeit, sich von den Notfallsäulen zu verabschieden. Die rund 3500 Säulen wurden kürzlich stillgelegt und werden daher irgendwann verschwinden. Unmittelbar nach der Außerbetriebnahme der Säulen wurden 500 zum Verkauf angeboten, die, wie ich erfahren habe, innerhalb einer halben Stunde verkauft waren. Ich stelle mir dann vor, dass Sie als Privatperson 2 Säulen kaufen und diese an verschiedenen Orten in Ihrem Haus platzieren, um die Kommunikation mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin zu erleichtern. Oder, dass Sie als Unternehmen am Eingang zu Ihrem Standort eine Säule platzieren, damit sich Ihr Besuch an der Rezeption ankündigen kann. Schön, oder? Ihr Logo darauf, in den Farben Ihres Unternehmens, ein Hingucker.

Wir als Recycler waren sofort interessiert. Sobald etwas "Ausgedient" hat oder die Technologie veraltet ist oder der Wert des Materials den wirtschaftlichen Wert übersteigt, ist die Recyclingindustrie an der Reihe.

Nun wird das Notruftelefon nicht recycelt, sondern "upcycelt". Mit anderen Worten, es wird eine neue Verwendung dafür gefunden. Wenn man im Moment noch eine Notfallsäule bekommen will, muss man zuerst angeben, was mit ihr passieren soll. Es muss ein Plan für die dauerhafte Wiederverwendung vorgelegt werden. Ich stelle mir vor, dass ein Rat bestehend aus weisen Menschen darüber entscheiden wird, ob Sie Anspruch auf den Besitz eines Notruftelefons haben oder nicht. Ich stelle mir dann auch vor, dass dieser Rat, sobald die Notfallsäulen bei den neuen Eigentümern eingetroffen sind, prüfen und durchsetzen wird, ob der Plan für eine dauerhafte Wiederverwendung tatsächlich umgesetzt wurde.

Zusammenfassend: wenn die ersten 500 Notfallsäulen nicht so schnell verkauft gewesen wären, würden wir die übrigen dann auch "upcyclen", oder hätten wir diese Notfallsäulen einfach wieder recycelt? (was für mich immer noch das Gleiche ist). Sollten wir unsere Vision "Abfall hat eine Zukunft" vielleicht in "Abfall hat eine dauerhafte Wiederverwendung" ändern?

 

Ich weiß es nicht. Was ich weiß, ist, dass es überflüssig ist, alle unsere recycelbaren Materialien in eine Hülle einzupacken, bevor wir ihnen eine dauerhafte Wiederverwendung geben.

Mit freundlichen Grüßen,

Paul Verhagen

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